Die Meisterin rief – und gewann
Mittwoch 4. August 2010 von Post-it
von Hans Trachsel
Vor zwei Jahren am Bodensee war sie erstmals aufgetaucht und sorgte gleich für Furore. Heute ist Ulla Trappe Deutsche Meisterin und zeigt mit den seitherigen Auftritten, dass sie den Titel zu Recht führt. Zwar musste sie sich in Düsseldorf noch der grossen Rivalin Claudia Aumüller im Finale beugen, doch bei sich zu Hause in Augsburg siegte sie souverän. Ulla hatte gerufen und viele kamen, denn wer möchte sich nicht mit der Besten messen? Alles hatte sie prima organisiert, bei der Resultatauswertung durfte sie auf die bewährte Unterstützung von Friedrich Engelke zählen.
Gerne hätten die 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Meisterin ein Bein gestellt, doch es reichte nicht. Sie strauchelte bei insgesamt 13 Spielen dreimal eher überraschend, hielt aber ihre gefährlichsten Konkurrenten um den Turniersieg in Schach. Auch die wieder genesene Blanca Gröbli-Canonica aus der Schweiz konnte die Dominatorin nicht bremsen. Doch Blanca ist bereits wieder gut in Fahrt – erfreulich. Am nächsten kam der Gastgeberin Friedrich Engelke mit einem Sieg weniger. Weiter in den Spitzenrängen finden sich Nadja Dobesch, die ihren Spitzenplatz von Hamburg bestätigte. Es folgen Blanca Gröbli-Canonica, Johann Linhart und Sabine Becker.
Eine Sensation zu bestaunen gab es in der Partie Ulla gegen Hans Trachsel, weshalb sie hier unbescheidenerweise aufgeführt sei. Im punktemässig höchsten Spiel des Turniers konnte der Schweizer, der noch keine Spitzenrangierung vorzuweisen hat, mit 456:450 Punkten die Oberhand behalten. Zwei Bingos nacheinander verwandelten den grossen Rückstand in einen knappen Vorsprung. Auch Sabine Becker und ihr »Listen-Coach« Johann Linhart besiegten die Meisterin, doch ihr Gesamtsieg war nie gefährdet. Ihr Durchschnitt von 442 Punkten pro Spiel ist beeindruckend.
Dabei hatte sie nicht nur das Turnier zu managen. Am Samstagabend war sie bei der der Freilichtaufführung von Giacomo Puccinis »Turandot« in der alten Wehranlage am Roten Tor als Kontrabassistin im Einsatz. Es war eine stimmungsvolle Aufführung an einem herrlichen Sommerabend, für welche sie den Interessierten Plätze besorgt hatte. Eine ideale Ergänzung zum Turnier, zur Nachahmung empfohlen.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 4. August 2010 um 13:06 und abgelegt unter spiel und spass. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können zum Ende springen und einen Kommentar hinterlassen. Pings sind im Augenblick nicht erlaubt.
Mittwoch 4. August 2010 um 16:24
Danke für diesen schönen und stimmigen Bericht!
Nur in dem Satz über meine Eigenschaft als »Listen-Coach« ist vielleicht nicht ganz klar, auf wen sich das »ihr« bezieht. Gemeint ist natürlich Ulla.
Mittwoch 4. August 2010 um 19:46
Noch eine Bemerkung: Es ist erst ungefähr ein Jahr her, dass Ulla das erste Mal an einem Turnier teilgenommen hat. Der Bericht darüber ist mit 14. Juli 2009 datiert:
http://www.scrabble-blog.de/2009/07/das-ein-tages-turnier-in-konstanz-ein-fazit/
Mittwoch 4. August 2010 um 20:19
Ja, die Ulla, des is schon so eine. Und Hans ist einfach ein grandioser Berichterstatter! Wenn ich mal ein Buch herausbringe, sollst du es sein, der es schreibt!
Mittwoch 4. August 2010 um 21:46
Lieber Hans Trachsel, ein wahrhaft schöner Bericht! Es kommt alles zusammen: ein vorzüglicher Literat, ein Sieger-Typ und ein netter Mensch.
Auch ich werde mein nächstes Buch von dir schreiben lassen, am besten noch mit Schweizer Tonfall.
Wir haben gar nicht mitbekommen, was für eine schöne, interessante, uralte Stadt Augsburg ist.
ME sollte zu jedem neuen Austragungsort eine Führung kommen. Das würde die Niederlagen erträglicher machen und mir die Listencouch ersparen.
Gruß Christoph Haenel.
Donnerstag 5. August 2010 um 10:22
Lieber Hans
Bezüglich Berichterstattung bist du einfach unschlagbar und viel schneller, als man gemeinhin von einem Berner erwartet;-) Ich gratuliere zum Bericht und speziell natürlich zur erwähnten »Sensation«!
Donnerstag 5. August 2010 um 14:42
Lieber Hans, eine gelungene Reflexion des Srabble-Wochenends in Augsburg; und nicht nur des Scrabbelns. Die Atmospäre ist einzig – Ullas Leitung ebenfalls meisterlich so wie Deine Schreibe. Für Detailfreunde sind alle Ergebnisse in einer großen Tafel beigelegt; dazu wird noch die Schlußtabelle kommen. Der gelungene Wettbewerb harrt der Wiederholung!
Montag 9. August 2010 um 21:13
Auch ich (Jutta) habe mit Vergnügen den Bericht vom Augsburger Scrabblewochenende gelesen. Allerdings wäre ich (und sicher noch der eine oder andere aus dem süddeutschen Raum) auch sehr gern dabeigewesen – schade, dass man vorher gar nichts davon erfahren hat!